Air Vanuatu Flugtest

Auch die kleine Republik Vanuatu in der Südsee hat ihre eigene staatliche Fluglinie: Air Vanuatu. Es ist die einzige Fluglinie außer Pacific Blue, die Vanuatu und deren Inseln anfliegt. Wir sind mit Air Vanuatu von Auckland nach Efate geflogen, sowie von Efate nach Tanna. Auch von Tanna nach Santo und von Efate nach Sydney haben sie uns unfallfrei befördert. Hier unsere Erfahrungen mit der kleinen Fluglinie. Unsere anderen nun fast 20 Flugtests findet ihr wie gewohnt hier .

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Über Air Vanuatu

Air Vanuatu fliegt die Strecken von Australien und Neuseeland mit nagelneuen Boeing 737-800 mit 170 Sitzplätzen. Die Inlandsstrecken werden mit kleinen, aber ebenfalls neuen, brasilianischen ATR-72 bedient.

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1) Die Buchung

Den ersten Flug buchten wir weit im voraus im Internet auf der Ait Vanuatu Webseite. Das ging schnell und einfach auf der englischsprachigen Webseite, bezahlt mit Kreditkarte ohne Zusatzkosten. Die Buchungen erfolgten im Dezember bzw. im Februar, also knapp 5 Monate und 3 Monate vorher.

Die Flugpreise Vanuatu im Einzelnen:

Auckland – Port Vila 250 NZD (=125 EUR) pro Person

Port Vila – Tanna 180 NZD (=90 EUR) pro Person

Tanna – Espiritu Santo 170 NZD (=85 EUR) pro Person

Espiritu Santo – Sydney 577 NZD (=290 EUR) pro Person.

Gesamt EUR 590,00

Alles in allem kein billiger Spaß, aber die schnellste Art dorthin zu reisen. Mit dem Boot hätte es eine Ewigkeit gedauert und wäre bei der rauen See sicherlich kein Vergnügen gewesen. Die Inlandsflüge dauern alle weniger als 1 Stunde, von Auckland aus waren es 3 h. Allerdings mussten wir bei den Inlandsflüge kleine Aufpreise zahlen, denn die 10 KG Freigepäck hätten natürlich nicht gereicht. Und der Flug nach Sydney ist schon sehr teuer.

2) Das Einchecken

Die Warteschlangen waren stets kurz und die Flieger lediglich halb bis dreiviertel ausgebucht. Das ging schnell und das freundliche Personal war äußerst relaxt.

So solls sein.

3) An Bord – die Flugzeuge

Der Sitzabstand war normal, bei der Boeing, als auch bei der ATR. Funkelnagelneu mit grün-blauen Ledersitzen in der Boeing. Gezeigt wurden keine Spielfilme, lediglich Werbefilmchen über Vanuatu und einige Sketche á la „Verstehen Sie Spaß?“. Nebenbei gibt es ein paar Audiokanäle in der Boeing.

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4) An Bord – der Service

Beim ersten Flug von Auckland nach Port Vila musste ein Rastafari weshalb auch immer das Flugzeig wieder verlassen. Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis sein Gepäck gefunden und entfernt wurde. Lediglich eine kurze Ansage, aber keine Getränke. Das war lang.

Nachdem wir die Reisehöhe erreicht hatten, gab es als Hauptgericht Fisch oder Beef. Das Fischcurry war okay, aber keine Meisterleistung, der Rest ebenfalls nicht. Aber wir hatten schon Schlimmeres. Zu trinken gab es genügend – selbst Bier, Rot- und Weißwein oder Whiskey wurde uns angeboten. Da es erst um die Mittagszeit war, beschränkten wir uns aber auf Coke und Wasser. Bis zur Landung gab es dann noch weitere Getränke, anscheinend musste man die Getränkelager leer machen, so kam es uns vor. Das war okay, aber fast zuviel des guten…;-)

air-vanuatu Bordmahlzeit

air-vanuatu Getränke

5) Fazit

Alles in allem eine saubere Leistung, ohne große Highlights. Da man eh keine große Auswahl der Airlines nach Vanuatu hat, können wir die Airline empfehlen, sind ja eh alles recht kurze Flüge. Die Crew ist äußerst gut trainiert, wenn es regnet gibt es z.B. Regenschirme für den Weg vom Terminal zum Flieger. Haben wir noch nirgends anderswo gesehen.

Erwähnen muß ich noch das Inflight Magazin „Island spirit“. Man könnte fast meinen, es dient als Reiseführerersatz. Denn man findet in Englisch als auch Französisch (wers mag) zahlreiche Infos über die Inseln und die Highlights Vanuatus.

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Das Drama im Turtle Bay Resort auf Santo spitzt sich zu

Oder: Drei Eier für 1000 Euro im Turtle Bay Resort

Es gibt witzige Geschichten, traurige Geschichten, doofe Geschichten und noch viele mehr, die man während oder nach einer Weltreise erzählen kann. Heute eine doofe:
Wo anfangen? Wie erzählen? Mir ist etwas flau im Magen. Wenn ich nicht gerade eine Durchfallnacht wegen des schlechten Wassers hinter mir hätte, dann würde sie mich nun erwarten. Das ist mir klar.

Wir sind immer noch im Turtle Bay Resort auf Santo . Insgesamt haben wir uns 12! Nächte an der Oceanfront einquartiert. Zwei liegen noch vor uns. Wir zahlen eine schöne Stange Geld. Die gierige Spanierin freut sich darüber, hat aber anscheinend immer noch nicht genügend Kohle zusammengerafft. Ihre Gier ist auch schon den anderen Gästen aufgefallen. Wir amüsieren uns gemeinsam über das magere Frühstück.
Da unsere Dosentomaten Schimmel angesetzt hatten, bat ich sie um drei Eier zum Kochen. Im Supermarkt kostet ein Ei 40 VAT, auf dem Markt 30 VAT. Nachdem wir hier knapp 1000€ liegen gelassen haben, wollte sie nicht den handelsüblichen Einkaufspreis von uns sondern mehr als das Doppelte: 100 VAT (ca.0,70€) für ein Ei haben. Ob dies unverschämt ist oder nicht, darüber lässt sich streiten.

Eier auf Vanuatu

Foto: Eier auf Vanuatu

Während ich die Eier mit hängender Kieferlade, einem Kopfschütteln aber kommentarlos angeschleppt habe, hat Nils die Eier mit einem Kopfschütteln, hängender Kieferlade und ziemlich erbost zurückgeschleppt: „Sorry, aber das ist unverschämt. Genauso wie dein Frühstück! Hier sind deine Eier zurück.“
Jetzt hing ein spanischer Kinnladen. Ihre Antwort: „Wir zahlen 60 VAT für ein Ei. Du willst die Eier doch nicht etwa zum Ladenpreis haben?“
Da wurde es Nils zu dumm. Ihr Verhalten war nicht nur kleinlich, Nils fühlte sich belogen. Warum sollten Massenabnehmer im Supermarkt mehr Geld für Eier bezahlen als wir?
„Weißt du was? Das einzige, das ich in deinen spanischen Augen sehen kann, sind Dollarringe.“
Hui, ein böser Tiefschlag aber dennoch und vor allem leider die Wahrheit!
Dann tauchte der britische Geschäftspartner, Teilhaber des Turtle Bay Resorts und nebenbei Zirkusclown, der mit Eiern jongliert und sie bei Missgeschick seinen Hunden zum Fraße gibt, auf: „Wir zahlen 70 VAT pro Ei.“
Wow, eine weitere Lüge?
Nils Antwort: Ihr verlangt 300 VAT für 3 Eier und du zerdepperst die Dinger.“
Der Clown: „Nein, ich unterhalte damit meine Zuschauer.“

Stimmt, die Diplomatie hatte Nils beim Schwimmen im warmen, grünen Meer an der benachbarten Insel offensichtlich verloren. Oder war es das Salzwasser? Die Sonne?

Nils kam mit 300 VAT aber ohne Eier zurück. Da unser Kühlschrank leer war und der nächste Supermarkt zu weit entfernt, haben wir Nudeln mit Zwiebeln gegessen (lecker). Aber die Story wollte immer noch kein Ende nehmen.
Nach wenigen Minuten hatten wir einen Besuch vom männlichen Besitzer: „Es ist nicht okay, dass du meine Partnerin zum Weinen bringst.“ (Der Meinung bin ich auch!)
Nils Antwort: „Sorry, aber für drei Eier 300 VAT zu verlangen ist genau so unverschämt wie euer Frühstück, das keines ist. Ich bleibe bei meiner Meinung.“
Der Clown: „Wir versuchen euch zu helfen:

  • Ihr habt unlimitiertes Internet, (Wir zahlen dafür wie alle anderen Gäste auch. Alle haben gleiche Internetbedingungen.)
  • wir helfen euch bei den Unannehmlichkeiten mit dem Flight Centre (Weil wir eine Nacht zu viel bezahlt haben, hat sie freundlicherweise eine Mail an die Buchungsdame geschrieben. Welch‘ Leistung!)
  • und wir haben euch die Schnorchelausrüstung für umsonst gegeben. (Hui, da hat sich der Clown aber überschlagen mit seinem verschimmelten Müll aus der Cornflakespackung.)
  • Wir haben nur zwei Sterne. Wenn ihr euch betrogen fühlt, dann könnt ihr gerne gehen.“

Nils und ich einstimmig: „Würden wir auch, aber wir haben schon bezahlt.“

Aus Sicht des Besitzers sei das Frühstück ein „free token“ also eine „kostenlose Zugabe“. Aus unserer Sicht ist es im Zimmerpreis mit inbegriffen.
Er argumentierte oder besser gesagt „log“ weiter: „Die Preise der Eier variieren hier ständig.“
Leider hat er Nils ironische Frage nicht verstanden, denn diese lautete: „Ah, dann ist das hier mit euren Eiern wie an der Börse?“ 🙂
„Ja, genau.“
Bla, bla, bla! Die Story wollte kein so richtiges Ende nehmen…

Nils ging’s auf jeden Fall unmittelbar nach der Auseinandersetzung besser und er war erleichtert. Mir war der Appetit vergangen und die Köchin, die das ganze Gespräch verfolgen musste, hatte einen Riesenspaß. Ganz „zufällig“ lief sie an unserem Zimmer vorbei, hielt den Daumen nach oben und meinte: „You learned her!“ Was wohl so viel bedeutet wie „Das musste mal gesagt sein.“
Wir sollen hier noch zwei Nächte aushalten und ich habe keine Ahnung wie. Die Dame knallt jetzt die Türen und ignoriert uns ganz professionell…
Zum Abschied wird ihr Nils drei Eier mit aufgemalten Flaggen von Griechenland, Portugal und Spanien schenken. Wir taufen sie dann „südeuropäische Wut-Wurf-Eier“. (Das war jetzt ein Witz, alles andere ganz echt.)

südeuropäische Wut-Wurf-Eier

Werft ihr mit?

Abzocke auf Vanuatu

Und: Tipps und Tricks für verhältnismäßig günstiges Reisen in der Südsee

Unserer Meinung nach war der größte Fehler unserer Weltreise bisher die Buchung unserer Unterkünfte in einem Flight Centre .

Tipp 1 für Reisende: Die Hochsaison auf Vanuatu meiden, nichts vorbuchen und vor Ort schauen. Evtl. vorher per Mail anfragen und vergleichen.

Aber das ist erst der Anfang unserer negativen Welle, die Abzocke sollte auf den Inseln weitergehen. Vanuatu ist landschaftlich wunderschön. Theoretisch herrscht eine tolle Atmosphäre, denn die Locals sind hilfsbereit, freundlich und großzügig. Trampen z. B. ist kein Problem. Auf die Frage, was wir dem Fahrer schuldig seien, heißt es oft: „Nichts, das ist Vanuatu.“ Selten zahlen wir eine kleine Summe. Auf dem Markt sind die Preise absolut fair, gehandelt wird nicht. Wir haben den Kindern einer Marktfrau Lollys geschenkt und im Gegenzug haben wir zwei Papayas von ihr bekommen. Die Einheimischen werden ihrem Ruf gerecht, keine Frage!
Also: Vanuatu gleich Südseetraum pur?!

Marktfrauen auf Tanna

Foto: Markttreiben auf Tanna

Leider nein! Der Südseetraum hatte sich für uns zum größten Teil schon nach den ersten Tagen „ausgeträumt“. Was uns auf Vanuatu nervt, sind die Westler, die sich hier eingekauft haben. In ihren Händen sind die Touranbieter und Resorts und wir fühlen uns ziemlich abgezockt von ihnen. Wir können nur für drei Hotelanlagen sprechen, aber der Tenor ist gleich: Unser Eindruck ist, dass sich manche Westler irgendwann einmal in ein Stück Land investiert haben und sich jetzt darauf ausruhen. Zwei von drei Anlagen in denen wir genächtigt haben, kommen langsam aber sicher herunter. Öffnen wir im Turtle Bay Resort ein Küchenschränkchen, dann springt uns Schimmelgestank pur entgegen. Bei Nacht laufen wir den Weg durch den Garten besser nicht, sonst brechen wir uns in der Südsee noch ein Bein. So wie es nach außen wirkt, lassen es sich die Besitzer gut gehen. Sie genießen das Sein in der Sonne und freuen sich über das Geld der Touris. Unsere Hosts auf Santo lassen sich zum Beispiel die Mahlzeiten täglich fein von ihren Angestellten servieren. Wenn der Herr einen „Ausflug in die Stadt“ unternimmt, muss er sich anschließend an den Pool legen, weil er so erledigt ist…

Turle Bay Resort

 

Foto: Achtung Schlaglöcher

Tipp 2: Versuchen bei den Locals / in Gästhäusern zu übernachten. Natürlich kann das etwas schmuddelig werden. Dafür aber fair! Zelten kann man bestimmt auch in den kleinen Dörfern.

Das continentale Frühstück im Turtle Bay Resort auf Santo ist z. B. ein Witz: Bestehend aus zwei „durchsichtigen“ Scheiben Toast, einer Tasse Kaffee, Butter, Marmelade und Obst sind wir nach dem Frühstück immer noch hungrig. Für jede Scheibe Brot und jedes Tässchen Kaffee zahlt man im Turtle Bay Resort extra. Wenn die Chefin morgens noch schläft, dann schmuggeln uns die Angestellten eine Scheibe Toast extra unter.
Für eine alte, verschimmelte Schnorchelausrüstung sind pro Stunde knapp zwei Euro veranschlagt, für den ganzen Tag sieben Euro. Jetzt wisst ihr aber nicht, was wir für die Nacht hier bezahlen… Der englische Besitzer ist relativ gelassen und verleiht uns seinen „Müll“ zum Schnorcheln für umsonst. Seine spanische Geschäftspartnerin hat jedoch die Dollarringe in den Augen. Wäre es nach ihr gegangen, dann hätten wir für die „Schnorchelbrillen aus der Cornflakes Packung“, wie es ein Australier bezeichnet, täglich bezahlt.

Tipp 3: In Neuseeland und Australien Schnorchelausrüstung kaufen!

Im Friendly Bungalow auf Tanna haben sich Australier eingekauft. Die Anlage ist sehr schön, gut erhalten, wunderbar gelegen, dabei aber komplett ab vom Schuss. Somit begibt man sich voll und ganz in die Abhängigkeit der Besitzer und man ist gezwungen, dort zu essen. Für ein Abendessen (Spaghetti, Huhn oder Rind, Fisch gab’s trotz Südsee schlicht und einfach nicht) mit kleiner Vor- und Nachspeise zahlt man knapp 30€, für eine Lunchbox 8€: Zwei Scheiben Brot mit Ei und zwei Bananen. Die Bananen wachsen vor Ort! Isst man jedoch bei den Locals in der Stadt, dann kostet ein warmes Mittagessen zum Vergleich (ein Viertel Hühnchen mit Reis und Gemüse) weniger als 3 €.

Tipp 4: Sich NIE! irgendwo in der Abgeschiedenheit einbuchen. Das wird mehr als ausgenützt. Immer zentral (Efate = Port Vila, Santo = Luganville, Tanna = Lenakel) bleiben und wenn doch Einsamkeit nötig ist, dann nur mit Verkehrsanbindung!

Kokosnusspalmen

Foto: Kokosnussplantage auf Santo

Es werden Touren angeboten: auf den Mt. Yasur , zu türkisfarbenen Stränden, in Höhlen, in Dörfer,… Diese Touren sind teuer und das Preis-Leistungsverhältnis steht in keiner Relation. Es heißt immer, die Benzinkosten seien so hoch, alles müsse per Schiff oder Flieger importiert werden,… Klar ist auf einer Insel alles teurer! Südsee sowieso, aber das Verhältnis passt für uns trotzdem nicht. Wir wissen nicht, ob das Leben auf Vanuatu wirklich so teuer ist wie die Westler es behaupten, wir haben schließlich nur einen „Touristeneinblick“. Hier die Tourpreise aus dem Turtle Bay Resort.

Touranbieterpreise Santo

Foto: Ein Tagesausflug (Fahrtkosten plus Eintritte) in ein Fischerdorf, an den Strand von Lennoc und an den Champagne Beach kostet, wenn es eine Gruppe von zwei Personen ist, insgesamt 15.000 VAT = 120€ (Umrechnung: 1€ = 130 VAT)

Tanna verfügt über so gut wie keine Infrastruktur, deshalb ist man dort auf die Touren des Hotels angewiesen. Im Friendly Bungalow auf Tanna war nicht nur das Essen sondern auch die Preise für die Touren unverschämt hoch. Auf Santo kann man z. B. wunderbar trampen.

Tipp 3: Auf Santo sind wir per Anhalter überall hingekommen. Dies war für uns auch die einzige Möglichkeit, Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen. Wir haben es als total schön und abenteuerlich erlebt. Wichtig ist, dass man früh los geht. Wenn es ganz blöd läuft, dann muss man sich in der Not auf eine Nacht in der Pampa einstellen oder ein teures Taxi organisieren 🙂

Also irgendwas stimmt hier aus unserer Sicht überhaupt gar nicht!

Unser Host aus dem Turtle Bay Resort sieht die Dinge aus einer anderen Warte. Die überhöhten Tourpreise erklärt er mit den Worten: „No, the prices are not rude. People are just trying to do their business.“ Meine Antwort: „But we are no cashcows“, beendet unser Gespräch spontan. Auch seine Geschäftspartnerin wollte uns einen Ausflug an den bekannten Champagne Beach für viel Geld verkaufen. Sie meinte der Eintritt pro Person liege schon bei umgerechnet 18€, da würde sich eine Tour schon lohnen. Bei unserer Ankunft dort stellen wir jedoch fest, dass dieser Preis nicht pro Person zählt sondern pro Auto. Unser Ausflug dorthin hat uns gerade einmal den Eintritt von 4 € gekostet, da uns freundliche Autofahrer mitgenommen haben.

Champagne Beach auf Espiritu Santo

Foto: Champagne Beach auf Espiritu Santo

Tipp 4: Nicht alles glauben, was manche Westler verzapfen. Die wollen Geld! Den Einheimischen kann man hier wesentlich mehr trauen.

Unser Fazit: Ganz nett hier! Wenn das Wetter passt, dann hat man hier wunderschöne Augenblicke, vor allem weil die Inseln nicht von Touris überlaufen sind. Besonders für Taucher soll Vanuatu wohl ein Paradies sein. Aber die Westler verderben teilweise die wilde, unverbrauchte Südseeatmosphäre auf Vanuatu! Zudem ist ein Großteil des Landes in privater Hand. Dies bedeutet, dass man für eine Wanderung seinen Guide bezahlt und z. B. die Gebühr von 8€ für die Sicht auf einen Wasserfall. Wer auf der Hideaway Island ein bisschen schnorcheln oder ein Bier trinken möchte, zahlt 8€ Eintritt, nur um überhaupt die Insel betreten zu dürfen. Wir sind gerne bereit für eine gute Tour zu zahlen. Das Eintrittsgeld für den Mt. Yasur wird anscheinend für die medizinische Versorgung auf Tanna verwendet. Wunderbar! Aber insgesamt ist Vanuatu aus unserer Sicht völlig überteuert. Wir können es nicht verbergen: Wir sind gerade etwas angesäuert! Was uns aber trotzdem ein Lächeln auf’s Gesicht zaubert sind die Herzlichkeit, Freundlichkeit und Großzügigkeit der Einheimischen, das ist uns bisher in keinem anderen Land begegnet!

Tipp 5: Lieber für die Besichtigung eines Wasserfalles Geld bezahlen als für den Transport bzw. für eine so genannte „Tour“ an einen Strand. Das Geld für „Landbenützung“ geht oft an private Familien oder an das ganze Dorf. Man stelle sich vor, man sei auf Vanuatu einheimischer Landbesitzer und müsse seine Kinder in die Schule schicken, was hier nicht umsonst ist. Gleichzeitig sieht man aber, wie sich die Westler für relativ wenig Geld einkaufen, Bedienstete einstellen und sich den Rahm abschöpfen.

Grundstück auf Vanuatu zu verkaufen

Foto: Direkt am Strand ist 1 ha Land zu verkaufen. Nicht allzu teuer, oder? Möchte jemand investieren?

 

Tanz auf dem Vulkan

Der Stamm der Nada-Nada auf Tanna besteht aus knapp 600 Menschen, die verstreut an der Ostküste der Insel leben. Sie ernähren sich von Kokusnüssen und allerlei anderen Pflanzen, die sie hier auf der Insel finden. Bei ruhigem Gewässer wird gefischt sowie Langusten gefangen. Wenn man in die Dörfer kommt, denkt man, man wird zurückversetzt in eine andere Zeit. Auf unseren Wanderungen über die Insel hätten uns Dinosaurier nicht überrascht.

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Ein wichtiger Teil ihres Lebens sind die Stammesritualien. Es gibt für alle möglichen Gelegenheiten Tänze und Zeremonien. Ein Tanz wird z.B. zu ehren ihrer Fußballspieler getanzt, damit diese auch möglichst viele Tore schießen – ganz schön modern! Besonders schön sind die Gewänder und Bemalungen der Frauen und Mädchen, die wir bestaunen durften.

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Auf dem Gipfel des Vulkans wurde dann für uns getanzt. Wie man uns erklärte nicht ganz untouristisch, denn um den Vulkan zu besänftigen benötigt es etwas mehr Aufwand: Es wird von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ununterbrochen in mehreren Gruppen getanzt, gegessen und getrunken. Das soll den Vulkan Mount Yasur ruhig halten und die Dörfer vor Aschewolken und Lava verschonen.

Schön siehts aus!

[mygal=gesichter]

Vanuatu, die glücklichste Nation der Welt

Nun sind wir also richtig auf unseren Inseln Vanuatus (Efate, Tanna und Espiritu Santo) angekommen. Wie gesagt, es ist hier extrem wild und manchmal schon ein bisschen einsam. Den Inselkoller haben wir auch schon hinter uns…

Unterkunft auf Tanna

Foto: Unsere Unterkunft aus Bambus und Stroh auf Tanna

Auf der Insel Tanna waren wir 90 Minuten von der nächsten bzw. einzigen Stadt entfernt und somit komplett von der Außenwelt abgeschlossen. In der „Stadt“ Lenakel gab es einen Markt, ein paar Geschäfte, die Kekse, Brot und Konservendosen verkauften. So wie ein Restaurant, in dem es ein „bisschen“ Hähnchen mit Gemüse und Reis zu essen gab.

Das Meer war zum Schwimmen zu rau und der Regen absolut extrem. Was uns aber auf Tanna neben dem Mt. Yasur begeistert hat, waren wieder einmal die Menschen. Sie leben ohne Strom in ihren Dörfern aus Strohhütten, schlafen auf geflochtenen Strohmatten, Wasser gibt’s am Brunnen. Gegessen wird was die Natur bereithält. Die Menschen sind glücklich!

Leben im Dorf

Foto: Leben im Dorf

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Foto: Gelaust wird irgendwie immer

Am helllichten Tag wird Fußball gespielt, die ganze Stadt schaut zu und amüsiert sich auf der Tribüne. Wenn eine Flanke deplaziert ist oder der Ball gar nicht getroffen wird, dann wird herzlich gelacht. Generell lachen die Menschen auf Vanuatu immer!
Fährt man oder läuft man irgendwo auf den Straßen oder durch den Busch, dann kommen plötzlich Menschen aus dem Nichts. Lachen, winken und freuen sich. Nicht ohne Grund gilt das Volk Vanuatus als die glücklichste Nation der Welt. Schön!

Vanuatu, die glücklichste Nation der Welt

Foto: Vanuatu, die glücklichste Nation der Welt

Begegnung mit Kindern

Foto: Kinder tauchen plötzlich am Wegrand auf. Schreien, juchzen und freuen sich. Wir „schlagen unsere Hände ab“.

Begegnung mit Kindern

Foto: Nils (gelber Punkt) spielt im Dorf Volleyball. Zahlreiche Zuschauer finden sich am Spielfeldrand ein.

Mount Yasur auf Tanna – Die Erde lebt

Seit über einer Woche sind wir nun in der Südsee. Entsprechend den Reisekatalogen vermutet ihr vermutlich, dass wir im türkisfarbenen Wasser schnorcheln, am weißen Strand in der Sonne liegen und faulenzen. Ihr irrt. Auf der Insel Tanna kommt kein romantisches Südseefeeling auf, denn Tanna ist wild, um nicht zu sagen extrem wild! Wir wandern bei Regengüssen durch den tiefsten Busch. Vorne weg der Guide, barfuss und mit Machete, wir besuchen die Menschen in ihren Strohhütten und fahren im Pickup auf Straßen, die keine sind.

Der Grund unserer Reise nach Tanna, eine der südlichsten Inseln von Vanuatu , war der Mount Yasur, einer der aktivsten und am einfachsten zugänglichen Vulkane unserer Erde. Nur knapp 10 Minuten Fußmarsch vom Parkplatz aus und man sieht den „Höllenschlund“, der ununterbrochen Feuer speit. Glühende Gesteinsbrocken so groß wie ein VW schleudert er weit hoch in die Luft.

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Foto: Deutlich zu erkennen die drei Ventile.

Doch vorher grummelt er. Nein, er grummelt nicht, er röhrt. Mehr als ein Donnern während eines Gewittersturms – er hört sich eher an wie zwei mit Höchstgeschwindigkeit an einem vorbeibrausende U-Bahnen tief unterhalb von München. Dann steigen weiße bis schwarze Aschewolke auf und er schleudert gleich aus drei Ventilen seine glühenden Volkswagen nach oben. Seine Explosionen hören wir sogar in unserem 1,5 Autostunden entferntem Bungalow am Lavastrand.

Wird es langsam dunkeln, wird er still, doch dafür leuchtet, glüht und blinkt er. Eigentlich hätten wir an Sylvester hier sein sollen. Und wie das Glück es so will, treffen wir zwei Hobbyfotografinnen, die mir erklären, wie ich meine Kamera einstellen muss, damit meine Fotos halbwegs brauchbar werden. Ich gönne mir gleich zwei Abende am Vulkan. Am zweiten Abend sehen wir sogar hinab in den Höllenschlund. Wow!

Wir müssen zugeben, bisher das beste Vulkanerlebnisse auf unserer Reise – 40.000 Kilometer von zuhause entfernt. Und vielleicht sogar das beeindruckenste Erlebnis, was uns unsere Erde bieten kann. Vanuatu rocks! Genießt die Fotos.

[mygal=vulkan]